Artikel in Focus Money: "Digitalisierung für alle"

Leonie Steegmüller
| 3 min read

vom 02. Januar 2019

Firmen stellen sich neu auf, wandeln Geschäftsbereiche um, gliedern sie aus, um sie später abzustoßen – oder sie kaufen zu. Diese Prozesse fordern die IT heraus. Ein deutscher Mittelständler ist hier als Helfer dick im Geschäft

CHRISTOPH A. SCHERBAUM

Das Wort „Disruption“ können viele Deutsche schon nicht mehr hören. Jeder hat verstanden, dass die Digitalisierung kaum eine Branche verschont, die meisten umwälzt. Das IT-Beratungsunternehmen SNP SE dürfte den Begriff aber schätzen. Denn viele Unternehmen benötigen angesichts ständiger Transformationsprozesse die Dienste der Spezialisten. Jedoch hatte sich das SNP-Management zwischenzeitlich mit seiner aggressiven Expansionsstrategie selbst übernommen. Inzwischen haben die Heidelberger dazugelernt und sind wieder bereit anzugreifen.

Teil der Transformationstechnologie. Jedes Jahr werden weltweit unzählige Fusionen und Übernahmen durchgeführt. Firmen stellen sich neu auf, wandeln Geschäftsbereiche um, gliedern diese aus, um sie später zu veräußern. Solche Prozesse stellen enorme Anforderungen an die IT in den jeweiligen Unternehmen. Zumal die fortschreitende Digitalisierung dazu führt, dass diese laufend auf dem neuesten Stand sein muss. Für viele Unternehmen ist es sogar lebensnotwendig, in die Modernisierung ihrer bestehenden IT-Strukturen zu investieren, um in einer schnelllebigen Welt nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Um Firmen im Fall von Fusionen, Verkäufen, Akquisitionen, Restrukturierungen oder der fortschreitenden Digitalisierung zu helfen, gibt es Spezialisten – eben wie das Heidelberger Unternehmen SNP Schneider-Neureither & Partner SE.

SNP sieht sich als Teil der Transformationstechnologie. Die Gruppe beschäftigt weltweit über 1350 Mitarbeiter. Neben dem Hauptsitz in Heidelberg hat SNP weitere Standorte in Europa, Amerika und Asien. Im Geschäftsjahr 2017 setzte die Firma mehr als 120 Millionen Euro um. SNP-Kunden sind globale Unternehmen aus allen Branchen, darunter viele der größten Unternehmen der Welt. Die Heidelberger unterstützen sie dabei, ihre IT-Landschaften zu konsolidieren und schnell und wirtschaftlich an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Für diese namhaften Kunden hat SNP schon über 7500 internationale Projekte realisiert. Die Unternehmensgründung erfolgte 1994 durch Andreas Schneider-Neureither, während die SNP-Aktien seit dem Jahr 2000 börsennotiert und seit August 2014 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sind. Seit 2017 firmiert das Unternehmen als Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea/SE).

SNP kommt der Umstand zugute, dass die betreuten Transformationen softwarebasiert ablaufen. Dies ist ein enormer Vorteil, wenn man bedenkt, dass die fortschreitende Digitalisierung auch immer mehr Daten zu Tage fördert. Diese gilt es möglichst effizient zu bearbeiten und zu integrieren. Daher sollte SNP Wachstumspotenzial bieten. Allerdings muss das Unternehmen zunächst einmal einige Probleme aus der Vergangenheit lösen.

Unter den eigenen Möglichkeiten. In den Jahren 2015 und 2016 lag die operative Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen noch bei mehr als zehn Prozent. 2017 rutschte diese Größe auf 2,7 Prozent ab. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen Analysten im Schnitt wieder mit einem Wert von 3,5 Prozent, allerdings liegt auch dieser Wert unter den Möglichkeiten. Die Analysten von Warburg Research machen verschiedene Gründe für die zwischenzeitliche Schwäche verantwortlich: Neben einigen Wechseln an der Unternehmensspitze gehören dazu vor allem die vielen Übernahmen. Nicht ohne Ironie: Man hatte sich also selbst mit Zukäufen verhoben. SNP war seit 2014 vor allem durch Übernahmen um das Fünffache gewachsen. Zudem hatte sich das Management dabei vor allem auf den US-Markt konzentriert und die Heimatregion DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) vernachlässigt. Dank der erwarteten Entwicklungen im Bereich Transformationstechnologie und der vom Management angestoßenen Umbauten und Einsparungen sollte SNP aus Analystensicht wieder zu alter Stärke zurückfinden.

Ein Programm zur Steigerung von Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit hat das Unternehmen Mitte Oktober auf den Weg gebracht. Es passt die internen Strukturen und Prozesse an die aktuellen Erfordernisse des stark gewachsenen Unternehmens an. Ziel ist es insbesondere, die Liquidität zu optimieren und über eine verstärkte Konzentration auf den Free Cashflow auch die Kostenstrukturen zu verbessern. Kosten runter – das geht hier ganz old school: Büroflächen besser nutzen, Reiseaufwand reduzieren, Marketing-Budgets enger managen, Fuhrpark straffen. Die frei werdenden Mittel werden investiert, aber auch zur Schuldentilgung eingesetzt. Gleichzeitig sollte die Bilanz mit Hilfe einer Kapitalerhöhung gestärkt werden. Die am 21. November 2018 beschlossene Kapitalerhöhung hat SNP bereits erfolgreich platziert. Das Unternehmen kann sich über einen Bruttoemissionserlös von 18,7 Millionen Euro freuen.

Prognose erhöht – wer macht das derzeit sonst? Die Erholung dürfte nun noch schneller voranschreiten, nachdem SNP für das dritte Quartal 2018 bereits deutliche Ergebnisverbesserungen melden und die Prognose für 2018 anheben konnte. In den ersten neun Monaten 2018 kletterte der Konzernumsatz um 21,9 Prozent auf 98,8 Millionen Euro. Im dritten Quartal lag die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) wieder bei 8,6 Prozent, nach minus 2,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr wird nun eine Ebitmarge im weitgehend ausgeglichenen statt bisher leicht einstelligen negativen Prozentbereich erwartet. Der Umbau sowie die positiven Aussichten für den Bereich Transformationstechnologie untermauern die jüngste Kaufempfehlung von Warburg Research für die SNP-Aktie – ebenso das Kursziel von 21,40 Euro, das eine Kurschance von 30 Prozent bedeutet.

 

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Quelle: Focus Money vom 02.01.2019

Link zum Originalartikel: https://www.focus.de/finanzen/boerse/snp-digitalisierung-fuer-alle_id_10131723.html

 

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