So gelingt einem global agierenden Konzern die S/4HANA-Migration

SNP Experts
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Welcher Transformationsansatz bietet sich für die S/4HANA-Einführung eines internationalen Konzerns an, wenn Daten nur ausgewählt migriert und Ausfallzeiten des ERP-Systems auf ein Minimum reduziert werden sollen? Das erfolgreiche Praxisbeispiel der Arauco-Gruppe, das in Zusammenarbeit mit IBM und SNP realisiert wurde, gibt Impulse.

 

Um sich für das digitale Zeitalter zu rüsten, plante die chilenische Arauco-Gruppe – ein weltweit führendes Unternehmen für nachhaltige Forstwirtschaft und erneuerbare Energien – die Modernisierung der eigenen IT-Systeme. Das Hauptziel lag darin, dem gesamten Unternehmen mit Industrie- und Vertriebsstandorten in insgesamt elf Ländern eine moderne S/4HANA-Plattform zur Verfügung zu stellen, die neue Funktionen und Innovationen mit sich bringt. Geplant war es, die SAP S/4HANA-Landschaft innerhalb einer Cloud-Infrastruktur zu implementieren.

 

S/4HANA-Strategie: Nur ausgewählte Daten migrieren

Die Migration von ERP R/3 nach S/4HANA sollte gemeinsam mit IBM vollzogen werden. Das Vorhaben erwies sich jedoch als kompliziert: Das existierende Arauco-System bestand bereits seit mehr als 18 Jahren in den jeweiligen Ländern und verfügte über einen dementsprechend großen Datenumfang. Da das Unternehmen in dem neuen System keine großen Datenmengen mehr benötigte, sollten nur ausgewählte Daten als Fundament für das Geschäft in die neue S/4HANA-Welt migriert werden.

Zur Durchführung der selektiven Migration empfahl IBM den Projektverantwortlichen die Zusammenarbeit mit seinem globalen Kooperationspartner SNP Schneider-Neureither & Partner. Das Software- und IT-Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Heidelberg ist auf die Realisierung komplexer Digitalisierungsvorhaben spezialisiert und setzt dafür seine hauseigene Datentransformationsplattform CrystalBridge ein.

 

Vor der Transformation: Datenhistorie bereinigen

Um die selektive Datenmigration durchführen zu können, war Arauco in einem ersten Schritt vor die Aufgabe gestellt, die eigene Datenhistorie zu überprüfen: Sämtliche Daten mussten bereinigt und selektiert werden. Dieser Prozess war eine große zeitliche Herausforderung innerhalb des Großprojekts, da insgesamt fast 14 TB an Informationen vorhanden waren.

Zugleich war es notwendig, bestimmte Module aufgrund ihrer Inkompatibilität mit S/4HANA neu zu implementieren und zu integrieren. Darüber hinaus galt es, sogenannte Z-Entwicklungen des bisherigen ERP-Systems – also: Add-ons, die individuelle Prozesse abbilden und über den Standard hinausgehende Lösungen bieten – anzupassen.

 

Selektive Datenmigration minimiert System-Downtime

Mithilfe der Transformationsplattform und dem selektiven Migrationsansatz von SNP war es möglich, nur eine ausgewählte Datenhistorie der vergangenen zwei Jahre zu migrieren – und das stark beschleunigt. Damit konnte eine weitere wichtige Anforderung von Arauco erfüllt werden: den laufenden Betrieb nicht lange zu unterbrechen. Denn während der Übertragung von Systemen, Daten und Anwendungen in ein neues System ist es generell technisch erforderlich, Geschäftsprozesse herunterzufahren. Dabei entstehen schnell immense Kosten, die es zu minimieren gilt.

„Hätten wir die selektive Datenmigration nicht mit SNP vorgenommen, wäre der Betrieb des Unternehmens erheblich unterbrochen worden“, sagt Flavio Fernández-Dávila Mendoza, IT Project Manager bei Arauco.

 

Der softwarebasierte und automatisierte Transformationsansatz sorgte dafür, dass das Projekt erfolgreich innerhalb des vorgegebenen Zeitraums abgeschlossen wurde. „Ohne SNP und IBM wäre es nicht möglich gewesen, eine Migration mit so großem Datenvolumen durchzuführen“, resümiert Leandro San Miguel De Nobili, CIO von Arauco, das Vorhaben, bei dem insgesamt 4.000 Nutzer in die Cloud migriert wurden.

 

Vorteile des selektiven Ansatzes im Überblick

  • Die selektive Datenmigration ermöglichte die Implementierung der SAP S/4HANA-Landschaft innerhalb einer Cloud-Infrastruktur.
  • Der Fokus lag auf konsistenten und von Arauco ausgewählten Daten aus den vergangenen zwei Jahren.
  • Dank des innovativen Transformationsansatzes wurden Kosteneinsparungen möglich.

 

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