S/4HANA-Migration: Deshalb ist die Frage nach dem „Warum?“ wichtig

Dr. Steele Arbeeny
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Bei Digitalisierungsprojekten wie einer S/4HANA-Migration fokussieren sich Führungsteams oftmals darauf, welche Bereiche, Abläufe oder Prozesse verändert und wie diese Vorhaben umgesetzt werden sollen. Dabei sollten eigene Geschäftsziele im Fokus stehen, rät Dr. Steele Arbeeny, CTO der SNP Gruppe in seinem Gastbeitrag. So zahlt sich die digitale Transformation aus und neue Geschäftswerte können erschlossen werden.

 

Die Migration auf die neue Business Suite SAP S/4HANA ist im Zuge der Pandemie und den damit verbundenen Digitalisierungsbemühungen für viele Unternehmen zu einer Priorität geworden. Doch kann S/4HANA nur so gut sein wie der konkrete Nutzen, der daraus gezogen wird. Es kommt immer wieder vor, dass sich Unternehmen für ein verhältnismäßig einfaches Technologie-Upgrade entscheiden – ohne zu überprüfen, ob dieses Upgrade tatsächlich einen neuen Wert darstellt. So wird viel Potenzial verschenkt: Denn die neuen Vorteile und Innovationen, die S/4HANA mit sich bringt, können nicht allein durch Technologie-Updates erreicht werden.

 

Endziel: Neue Geschäftswerte erschließen

Das übergelagerte Ziel einer S/4HANA-Einführung sollte in der Erschließung neuer Geschäftswerte liegen. Daher gilt es bei jedem Transformationsprojekt zunächst das „Warum" zu identifizieren: Warum ist es für das eigene Unternehmen entscheidend, sich zu transformieren? Wo soll es künftig stehen? In der Praxis überspringen nicht wenige Unternehmen diesen wichtigen Schritt. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das „Wie" oder „Was" ihres Digitalisierungsprojekts – und kommen an einem Ziel an, an dem sie sich fragen, was die aufwendige Umstellung letztlich gebracht hat.

Eine S/4HANA-Migration kann sogar zu einem negativen Return of Investment (ROI) führen, wenn im Vorfeld nicht sorgfältig beleuchtet wurde, was mit der Transformation erreicht werden soll.

 

Keine S/4HANA-Migration ohne durchdachte Strategie

Aufgrund ihrer Komplexität sind S/4HANA-Umstellungen mit Unsicherheiten behaftet. Diese Ungewissheit rührt größtenteils von einem Mangel an Informationen und Vorabanalysen zu Beginn des Projekts. Wichtige Entscheidungen – wie etwa die Frage, ob eine kombinierte Cloud-Migration, eine gleichzeitige IT-Modernisierung oder die Wahl der Implementierungsmethode – müssen eingehend geprüft werden. Dabei sollte die Wahl nicht unbedingt auf die risikoärmste Lösung fallen, sondern stets aus der Perspektive eigener Geschäftsziele getroffen werden. Hierbei sind Unternehmen nicht auf sich alleine gestellt: Erfahrene Dienstleister wie SNP unterstützen bei der Bewältigung komplexer digitaler Transformationsprozesse.

 

Potenzial von S/4HANA heben – mit dem richtigen Partner

Wie wichtig eine zielorientierte Zusammenarbeit mit Partnern sein kann, zeigt ein gängiges Beispiel aus unserem Geschäftsalltag: Sprechen wir mit einem Unternehmen über den Hauptgrund für die Migration auf S/4HANA, erhalten wir in neun von zehn Fällen die Antwort, dass die Vorteile der erweiterten Analysefunktionen der Plattform genutzt werden sollen. Diese Analysemöglichkeiten sind für Organisationen zu Recht ein großer Anreiz. Dann hören wir, dass dasselbe Unternehmen einen Greenfield-Ansatz für die Migration auf S/4HANA gewählt hat, weil die Neuimplementierung als der einfachste und risikoärmste Weg erschien. Der Haken daran ist: Im Zuge einer Greenfield-Migration werden keine historischen Daten übertragen – diese Daten werden aber benötigt, um die Vorteile der erweiterten Analysefunktionen von S/4HANA ausschöpfen zu können. Ein erfahrener Dienstleister klärt darüber auf und bietet einen alternativen Migrationsansatz, mit dem der größtmögliche Nutzen aus der Umstellung gezogen werden kann.

 

Letztlich lässt die strategische Planung und Durchführung von Transformationsprojekten einige Parallelen zum Spitzensport zu: Wenn Athleten für ein Rennen trainieren, dann tun sie das in Kenntnis der Route, die sie am Tag des Rennens laufen werden, der Kilometerzahl sowie der Art von Training, das sie absolvieren müssen, um das definierte Ziel zu erreichen. Bei der digitalen Transformation sollte ähnlich verfahren werden: Projektverantwortliche, die bereits zu Beginn des Prozesses herausfinden, weshalb transformiert werden soll und welche wirtschaftlichen Vorteile sich daraus ergeben, wissen genau, worauf sie hinarbeiten, wie sie dies tun – und vor allem, warum sie das tun. So lässt sich sicherstellen, dass sich die Transformation am Ende auszahlt und das eigene Unternehmen Wettbewerbsvorteile daraus ziehen kann.

 

Dieser Beitrag ist in der englischen Originalfassung zuerst auf CIO.com erschienen.

 

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Über den Autor

Dr. Steele G. Arbeeny ist CTO der SNP Group und Architekt zahlreicher unternehmenskritischer Systeme in zahlreichen Branchen, darunter Technologie, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Pharmazie und Fertigung.

 

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